Montanarchäologie im Harz

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Die Metalle spielen in unserer Vergangenheit eine große Rolle, nach ihnen sind ganze Zeitepochen benannt. Niedersachsen als besonders lagerstättenreiches Bundesland kann außer auf weit verbreitete Eisenvorkommen sogar auf reiche Lagerstätten an Blei, Silber und Kupfer im Harz zurückgreifen. Bisher ging man davon aus, daß Eisen bereits seit der Zeit um 500 v.Chr. gewonnen wurde, die Buntmetalllagerstätten jedoch erst seit der ersten nachchristlichen Jahrtausendwende abgebaut wurden.
Durch verschiedene interdisziplinäre Forschungsprojekte können wir inzwischen den Abbau Harzer Erze bis in die Jahre vor Christi Geburt zurückverfolgen, bronzezeitlicher Abbau deutet sich an. Eine Blütezeit erfuhr der Harzer Bergbau bereits gegen Ende des ersten nachchristlichen Jahrtausends, als die reichen Silber- und Erzvorkommen eine verläßliche finanzielle Basis der aus dem sächsischen Geschlecht der Liudolfinger stammenden Kaiser und Könige des Deutschen Reiches Römischer Nation darstellten. Mit nur wenigen kurzfristigen Unterbrechungen reicht dieses traditionelle Wirtschaftsgefüge bis in die jüngste Zeit, in der mit dem Rammelsberg bei Goslar ein kleiner Ausschnitt in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.
Die Erforschung der Wurzeln dieser einzigartigen frühen Industrielandschaft Harz in einer Zeit, in der die geschichtlichen Quellen noch schweigen oder zumindest äußerst spröde sind, mit seinem komplexen Zusammenwirken zwischen Mensch, Natur und Technik ist eine vordringliche Aufgabe der archäologischen Landesforschung, wie sie die Arbeitsstelle Montanarchäologie des NLD von Goslar aus mit ihren Partnern betreibt.



Goslarer Evangeliar, Mitte 12. Jh. n.Chr.  (Foto Stadtarchiv Goslar)


Zeichnung Industrielandschaft Harz: Cornelia Kaubisch, Göttingen